Poeten
Dr. Sir Allama Muhammad Iqbal
Sir Dr. Allama Muhammad Iqbal: Der Dichter des Ostens und Vordenker einer Nation
Sir Dr. Allama Muhammad Iqbal gilt als einer der bedeutendsten Denker, Dichter und Philosophen des 20. Jahrhunderts. Als „Dichter des Ostens“ genoss er nicht nur auf dem indischen Subkontinent und in Asien hohe Anerkennung, sondern hinterließ auch in Europa tiefe Spuren. Neben seinem literarischen Schaffen wirkte er als Wissenschaftler, Politiker und Rechtsanwalt. Vor allem ging er als der visionäre Ideengeber in die Geschichte ein, der den Weg für die Gründung eines eigenständigen muslimischen Staates auf dem indischen Subkontinent ebnete. Geboren wurde Muhammad Iqbal am 9. November 1877 in Sialkot, im damaligen Britisch-Indien. Er entstammte einer angesehenen kaschmirischen Familie und wuchs von Kindheit an zweisprachig mit Urdu und Punjabi auf. Seine akademische Laufbahn begann am Scotch Mission College in seiner Heimatstadt Sialkot und führte ihn später an das renommierte Government College in Lahore. Nach seinem Abschluss lehrte er ab 1899 für vier Jahre Arabisch am Oriental College in Lahore. Diese frühe Lebensphase war von einer enormen schriftstellerischen Produktivität geprägt. Zu seinen bedeutendsten Urdu-Gedichten dieser Zeit, die er beide für Kinder verfasste, gehören „Parinde ki faryad“ (Das Gebet eines Vogels), eine frühe Reflexion über Freiheit und Tierrechte, sowie „Tarana-e-Hindi“ (Die Hymne der Inder), ein bis heute berühmtes, patriotisches Werk. Sein außergewöhnliches Talent blieb nicht unbemerkt. Sein Lehrer, Sir Thomas Arnold, erkannte das Potenzial des jungen Mannes und riet ihm nachdrücklich zu einem Studium im Westen. Im Jahr 1905 reiste Iqbal schließlich nach England, um prägende Jahre in Europa zu verbringen, die sein Denken und sein späteres Gesamtwerk nachhaltig beeinflussen sollten. Am Trinity College der Universität Cambridge widmete er sich intensiv dem Studium der Philosophie und des Rechtswesens, das er bereits 1906 mit dem Grad eines Bachelor of Arts abschloss. Im selben Jahr folgte in London seine Zulassung als Barrister (Rechtsanwalt) durch die ehrwürdige Juristenvereinigung Lincoln’s Inn. Sein Wissensdurst führte ihn kurz darauf nach Deutschland, wo er im Jahr 1907 an die Universität München wechselte. Dort promovierte er 1908 erfolgreich mit einer wegweisenden Doktorarbeit über „Die Entwicklung der Metaphysik in Persien“. Während seines Aufenthalts in Deutschland verbrachte Iqbal auch eine intensive Zeit in Heidelberg, um die deutsche Sprache zu lernen. Hier vertiefte er sich in die Werke von Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine, deren Poesie und Denken ihn tief faszinierten und in seiner späteren Arbeit inspirierten. Nach seiner Rückkehr nach Indien verknüpfte Iqbal die westliche Philosophie von Denkern wie Friedrich Nietzsche und Henri Bergson mit der islamischen Mystik, insbesondere mit den Lehren des Sufi-Dichters Rumi. Aus dieser Synthese entwickelte er sein zentrales philosophisches Konzept des „Khudi“, das die Stärkung des eigenen Selbst, der Individualität und der moralischen Selbstbestimmung betont. Neben seiner philosophischen Arbeit engagierte sich Iqbal zunehmend politisch. Der historische Höhepunkt seines politischen Wirkens war die berühmte Allahabad-Deklaration im Jahr 1930. In dieser programmatischen Rede vor der All-India Muslim League forderte er als erster Denker offiziell die Schaffung eines souveränen Staates für die Muslime im Nordwesten Indiens. Diese Vision machte ihn posthum zum geistigen Vater Pakistans, auch wenn er die Staatsgründung selbst nicht mehr miterlebte. Sir Dr. Allama Muhammad Iqbal verstarb am 21. April 1938 in Lahore, wo sein Mausoleum bis heute als nationale Gedenkstätte verehrt wird.
Seiner vielfältigen Persönlichkeit gerecht zu werden, bedarf mehrerer Bänder. Es wurden hunderte Bücher sowie zahlreiche Dissertationen über Iqbal geschrieben und Vorträge gehalten. Wir können seine Person hier nur abstrakt beschreiben. Iqbals Philosophie, die stark von Denkern wie Hegel und Nietzsche beeinflusst war, wird heute weltweit von Universitäten erforscht und diskutiert. Iqbal stellte die Konzepte der Jugend (Shaheen) und des Selbst (Khudi) ins absolute Zentrum seiner Philosophie. Er sah in der spirituellen und moralischen Erweckung der Jugend den einzigen Weg, um die Gesellschaft aus ihrer Lethargie zu befreien. Iqbal gilt als der geistige Vater und wichtigste Ideengeber der Zweinationstheorie. Am 23. März 1940 wurde im Minto-Park Lahore (heute Iqbal Park) die Resolution Pakistans repräsentiert, in dem Iqbals philosophische Vision aus dem Jahr 1930 in ein konkretes politisches Ziel gesetzt wurde, welche schließlich im Jahr 1947 zur Gründung Pakistans führte. Während „Quaid-E-Azam“ Muhammad Ali Jinnah (Grunder einer neuen islamischen Republik) die politische Umsetzung anführte, lieferte Iqbal das philosophische und theoretische Fundament dafür.
Iqbals Werk als Dichter und Wissenschaftler:
Sir Dr. Allama Muhammad Iqbal hat sowohl auf Persisch als auch auf Urdu zahlreiche bedeutende literarische und philosophische Werke verfasst. Er galt als einflussreicher islamischer Denker des 20. Jahrhunderts.
Urdu-Poesie (veröffentlicht 1924–1938): Bang-E-Dara, Bal-E-Jibril, Zarb-E-Kalim, Armaghan-E-Hijaz.
Werke auf Persisch: Asrar-E-Khudi, Rumez-E-Bekhudi, Payam-E-Mashriq, Zabur-E-Anjam, Pas Cheh Bayed Kard ai Aqwam-e-Sharq, Armaghan-E-Hijaz (erschien sowohl auf Urdu als auch auf Persisch).
Das patriotische Gedicht „Tarana-e-Hind“ (1904):
Im Jahr 1904 veröffentlichte Iqbal sein berühmtes Gedicht „Tarana-e-Hind“ (Die Hymne Indiens). Auszüge daraus lauten:
„Religion lehrt uns nicht, Feindschaft untereinander zu hegen,
wir sind Inder, Indien ist unsere Heimat.
Unser Hindustan ist das schönste Land der Welt,
wir sind seine Nachtigallen, es ist unser Garten.“
Wissenschaftliche Rezeption:
Zahlreiche internationale Wissenschaftler haben sich mit Iqbals Werken und Ideologien befasst. Dazu gehören unter anderem:
Prof. Dr. Dr. Annemarie Schimmel (renommierte deutsche Islamwissenschaftlerin), Arthur J. Arberry (britischer Orientalist),
R. A. Nicholson (britischer Experte für islamische Mystik), Javed Iqbal (sein Sohn; ehemaliger oberster Richter am Supreme Court von Pakistan)
Quellen:
https://www.ueberseeclub.de/resources/Server/pdf-Dateien/1995-1999/1997_Professor%20Dr.Annemarie%20Schimmel.pdf
https://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Iqbal
und zahlreiche Recherchen wurden vorgenommen.
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Faiz Ahmad Faiz
Faiz Ahmad Faiz wurde am 13. Februar 1911 im Dorf Kala Qadir in der Nähe der Stadt Narowal (vormals Britisch-Indien, heute Pakistan) geboren. Er wuchs in privilegierten Verhältnissen heran als Sohn der wohlhabenden Großgrundbesitzer Sultan Fatima (Mutter) und Sultan Muhammad Khan (Vater), der 1913, kurz nach seiner Geburt, verstarb. Sein Vater war ein angesehener Anwalt (Barrister) und Mitglied eines elitären Literaturkreises, zu dem auch Dr. Sir Allama Muhammad Iqbal, der Nationaldichter Pakistans, gehörte.
Im Jahr 1916 besuchte Faiz die "Moulvi Ibrahim School", die in der Region als renommiert galt, und wurde später an der „Skotch Mission High School“ aufgenommen, wo er Urdu, Persisch und Arabisch erlernte. Nach seinem Bachelorabschluss in Arabisch und dem anschließenden Masterstudium in Englisch am Government College in Lahore im Jahr 1932 erwarb er später einen zweiten Mastersabschluss in Arabisch am Oriental College in Lahore. Nach seinem Abschluss im Jahr 1935 begann Faiz eine Lehrtätigkeit am M.A.O. College in Amritsar (heute indisches Gebiet) und anschließend am Hailey College of Commerce in Lahore (Pakistan).
In seinen frühen Gedichten befasste sich Faiz noch mit konventionellen, fröhlichen Themen wie Liebe und Schönheit, doch während seines Aufenthalts in Lahore widmete er sich zunehmend der Politik, der Gemeinschaft und der themenübergreifenden Interkonnektivität, die er sowohl im Leben als auch in der Poesie als grundlegend erachtete. In dieser Zeit heiratete er Alys George, eine britische Auswanderin, die zum Islam Konvertierte, mit der er zwei Töchter bekam. Im Jahr 1942 verließ er den Lehrerberuf, um sich der Britisch-Indischen Armee anzuschließen, für deren Dienste er im zweiten Weltkrieg die Medaille des Britischen Empire erhielt.
Nach der Teilung Indiens im Jahr 1947 entstanden die zwei neuen Staaten Indien und Pakistan. Pakistan war damals in einen westlichen Teil (die heutige Islamische Republik Pakistan) und einen östlichen Teil (Ostpakistan) getrennt, der 1971 als Bangladesch seine Unabhängigkeit erklärte. Nach der Teilung verließ Faiz die Armee und wurde Redakteur der Pakistan Times, einer sozialistischen englischsprachigen Zeitung.
Freiheitsberaubung:
Am 9. März 1951 wurde Faiz zusammen mit einer Gruppe von Armeeoffizieren gemäß dem Sicherheitsgesetz verhaftet und wegen des angeblichen gescheiterten Putschversuchs angeklagt, der als „Rawalpindi-Verschwörungsfall“ bekannt wurde. Faiz Ahmed Faiz wurde nie zum Tode verurteilt, wie es teilweise behauptet wird. Er wurde vor einem geheimen Gericht angeklagt und unrechtmäßig zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach rechtsstaatlichen Standards wurde Faiz Ahmed Faiz nicht rechtmäßig verklagt. Das Verfahren wies gravierende juristische Mängel auf und gilt heute als politisch motivierter Schauprozess in Pakistan. Er verbrachte etwas mehr als vier Jahre im Gefängnis (1951–1955), bevor er freigesprochen und entlassen wurde.
In zwei seiner Gedichtsammlungen, Dast-e Saba und Zindan Namah, widmet er sich dem Leben im Gefängnis, was er als eine Gelegenheit betrachtete, die Welt mit neuen Augen erkennen. Faiz lebte nach seiner Freilassung in Pakistan und wurde von der Regierung unter Zulfikar Ali Bhutto in den Nationalen Kunstrat berufen. Seine Gedichte, die zuvor ins Russische übersetzt wurden, brachten ihm im Jahr 1963 den Lenin-Friedenspreis ein.
Im Jahr 1964 ließ sich Faiz in Karachi nieder und wurde zum Rektor des Abdullah-Haroon-Colleges ernannt, während er gleichzeitig als Redakteur und Autor für mehrere renommierte Zeitschriften und Zeitungen tätig war. Während des Krieges zwischen Indien und Pakistan im Jahr 1965 arbeitete er ehrenamtlich für das Informationsministerium und verfasste Gedichte voller Empörung über das Blutvergießen zwischen Pakistan, Indien und dem späteren Bangladesch. Als **Bhutto jedoch von Zia Ul-Haq gestürzt wurde, musste Faiz ins Exil nach Beirut im Libanon auswandern. Dort brachte er die Zeitschrift Lotus heraus und schrieb weiterhin Gedichte in Urdu. Er blieb bis 1982 im Exil. Er starb 1984 in Lahore, kurz nachdem er für den Nobelpreis nominiert wurde.
Anerkennung in Pakistan:
Obwohl er ein einfaches und unruhiges Leben führte, wurden seine Werke, politische Ideologie und Dichtung unsterblich, und er wird oft als einer der „größten Dichter“ Pakistans bezeichnet. Faiz blieb eine äußerst beliebte und einflussreiche Persönlichkeit in der literarischen Entwicklung der pakistanischen Kunst, Literatur sowie der Theater- und Dramatisierung. Schätzungen zufolge waren bis 2015 mehr als 100 Bücher, etwa 60 Dissertationen und Hunderte von Artikeln über Faiz in Urdu verfasst worden.
In seinem bewegten Leben schrieb und veröffentlichte Faiz unermüdlich und wurde so zum meistverkauften modernen Urdu-Dichter sowohl in Indien als auch in Pakistan. Obwohl seine Werke in einer recht anspruchsvollen Sprache verfasst sind, zeichnen sich seine Gedichte durch einen lockeren, gesprächigen Ton aus, der eine Spannung zwischen der Elite und dem einfachen Volk erzeugt – gewissermaßen in der Tradition von Ghalib, dem berühmten Urdu-Dichter des 19. Jahrhunderts. Faiz wird besonders für seine Gedichte in traditionellen Urdu-Formen wie dem Ghazal und für seine bemerkenswerte Fähigkeit geschätzt, die konventionellen thematischen Erwartungen zu erweitern und politische sowie soziale Themen einzubeziehen.
Einige Werke von Faiz Ahmad Faiz wurden in verschiedene Sprachen wie Englisch, Deutsch (einige Gedichte wie 1. "Mulaqat" (das Treffen), 2. "Hum Dekhenge" (Wir werden es sehen), 3. „Bol Ke Lab Heen Azad Heen Tere“ (Sprich! Deine Lippen sind Frei), 4. "Bahar Ayi" (Der Frühling ist erwacht), Baluchi, Punjabi und Russisch übersetzt. Wobei ich die Übersetzungen ins Deutsche vorgenommen habe, was mir eine große Ehre erweist.
**Exkurs:
Der ehemalige pakistanische Premierminister Zulfiqar Ali Bhutto wurde am 4. April 1979 im Bezirksgefängnis von Rawalpindi erhängt. Das Todesurteil gegen den Gründer der Pakistanischen Volkspartei (PPP) erging nach einem politisch motivierten Prozess wegen angeblicher Anstiftung zum Mord an einem Oppositionspolitiker. Die Hinrichtung erfolgte unter dem Militärdiktator Mohammed Zia ul-Haq.
Die wichtigsten Details zu dieser Entscheidung und den jüngsten juristischen Entwicklungen im Überblick:
Das Urteil (März 1978):
Richter Mushtaq leitete den umstrittenen Prozess und fällte ein einstimmiges Todesurteil gegen Bhutto. Bhutto wurde vorgeworfen, einen Attentatsversuch auf einen politischen Gegner (Ahmad Raza Kasuri) in Auftrag gegeben zu haben, bei dem dessen Vater starb.
Umgang und Befangenheit:
Dem Prozess fehlte jegliche Transparenz; die Verhandlungen wurden teilweise hinter verschlossenen Türen (in-camera) geführt. Bhutto selbst und seine Verteidigung warfen Richter Mushtaq extreme persönliche Voreingenommenheit vor, da Bhutto ihn früher in der Laufbahn übergangen hatte und Mushtaq zudem enge Verbindungen zum Militärregime von General Zia-ul-Haq pflegte.
Das Schicksal Bhuttos:
Das Todesurteil wurde 1979 vom Obersten Gerichtshof Pakistans bestätigt. Bhutto wurde am 4. April 1979 im Zentralgefängnis in Rawalpindi gehängt.
Historische Aufarbeitung (März 2024): Mehr als vier Jahrzehnte später hat der Oberste Gerichtshof Pakistans in einer historischen Stellungnahme (nach einer Präsidentenreferenz) einstimmig entschieden, dass der Prozess gegen Zulfikar Ali Bhutto fundamentalen verfassungsrechtlichen Prinzipien eines fairen Verfahrens widersprach. Das ursprüngliche Urteil konnte formal nicht aufgehoben werden, da es seinerzeit rechtskräftig abgeschlossen wurde. Das Gericht räumte jedoch das schwere juristische Fehlverhalten der Justiz in jener Ära ein.
Solche politisch motivierten Schauprozesse sind allgegenwärtig in Pakistan. Die Zeit entscheidet über die Voreingenommenheit, Vertuschungen und Machtmissbräuchen in der Geschichte Pakistans.
Ende des Exkurses.
Quellen:
https://poets.org/poet/faiz-ahmed-faiz
https://en.wikipedia.org/wiki/Faiz_Ahmad_Faiz
https://en.wikipedia.org/wiki/Maulvi_Mushtaq_Hussain
Dawn:
https://www.dawn.com/news/1817433
Friday Times:
https://www.thefridaytimes.com/07-Mar-2024/pakistan-s-judiciary-revisits-a-judicial-murder-44-years-later
Übersetzt und zusammengefasst durch: Khawaja Tahir Mahmood
Disclaimer: Es handelt sich hier um ein freies Werk. Der Inhalt der Übersetzung kann sich daher vom originalen Text variieren!
Änderungen vorbehalten!
Baba Bulleh Shah
Baba Bulleh Shah, ein Philosopher, Reformer, Sufi-Poet (1680 - 1757).
Sayed Abdullah Shah Qadri (1680–1757), volkstümlich bekannt als Baba Bulleh Shah, war ein Punjabi revolutionärer Philosoph, Reformer und Dichter, der als einer der größten Dichter der Punjabi Sprache gilt und als Vater der punjabischen Aufklärung verehrt wird. Sein literarisches Werk, bestehend aus etwa 150 "Kafis" und 94 weiteren poetischen Kompositionen, spiegelt Themen der Sufi- und humanistischen Philosophie wider – weshalb er unter den Punjabis als „Dichter des Volkes“ gilt.
Bulleh Shah wurde im Punjab geboren und stammte aus einer religiösen Gelehrtenfamilie. Er erhielt seine frühe Ausbildung von seinem Vater, während er im Dorf als Hirte arbeitete. Seine höhere religiöse Ausbildung absolvierte er in Kasur und studierte später in Lahore.
Bulleh Shahs Gedichte erreichten aufgrund der Verwendung von Umgangssprache ein breites Publikum. Er setzte Metaphern und bildliche Darstellungen ein, um komplexe spirituelle Ideen auch jenen zu vermitteln, die außerhalb der formellen religiösen Kreise standen. Er wurde für seine mystischen Gedichte bekannt, in denen er seine Philosophie der Göttlichen Einheit, der göttlichen Liebe und der sozialen Gleichheit miteinander verband und soziale Normen und Institutionen dafür kritisierte, die einfachen Menschen auszuwerten. Bulleh Shahs Werke prägten auch die Punjabi-Sprache und läuteten eine neue Ära der Punjabi-Literatur ein, die dazu beitrug, eine literarische Vielfalt des Punjabi zu etablieren, die auf der Umgangssprache basierte und Nuancen aus verschiedenen regionalen Formen der Sprache einbezog.
Er verbrachte den größten Teil seines Lebens in Kasur, wo er im Alter von 77 Jahren starb. Seine Gedichte haben sich tief in punjabischen Sprichwörtern, "Qisse" (Erzählungen) und Volkstraditionen verankert und wurden bei vielen kulturellen Veranstaltungen vorgetragen, insbesondere seine "Kafis", darunter auch bei einer von der UNESCO organisierten Veranstaltung. Die auf seinen Texten basierenden Lieder wurden bei wichtigen Anlässen gesungen, darunter auch im Weißen Haus. Sie haben zudem viele moderne Interpretationen hervorgebracht, insbesondere in Form von "Qawwali".
Bulleh Shahs Vater, Shah Muhammad Darwaish, war in Arabisch, Persisch und dem Koran bewandert.
Einer der ältesten Texte, in denen er erwähnt wird, ist der „Gazetteer of the Multan District“ (1901–02), der 1902 von Edward Douglas MacLagan verfasst und veröffentlicht wurde. In diesem Text wird Shah als der „bekannteste und, wie man sagt, erste Verfasser von "Kafis“ bezeichnet. Seine "Kafis" wurden jedoch erstmals 1889 unter dem Titel „Qanun-i-Ishq“ von Anwar Ali in Lahore veröffentlicht.
Verfolgung:
In der Stadt Daftuh befindet sich ein festungsartiger "Gurdwara" (Sikkh Tempel), der im 18. Jahrhundert von der Oberhaupt der Sikhs, Bibi Isher Kaur, erbaut wurde, die für den Bau 80 Quadratmeter Land stiftete. Bulleh Shah suchte in diesem "Gurdwara" Zuflucht, nachdem eine Gruppe islamischer Fundamentalisten ihm mit dem Tod gedroht hatte.
Sein Tod:
Er starb 1757 im Alter von 77 Jahren. Er wurde in Kasur beigesetzt, wo er den größten Teil seines Lebens verbracht hatte. Da er zum "Kafir" (Ungläubigen) erklärt wurde, behaupteten religiöse Fundamentalisten aus Kasur, es sei verboten, bei seiner Beerdigung das Gebet zu sprechen. Er wurde daraufhin am Rande von Kasur beigesetzt, und das Begräbnisgebet wurde von Syed Zahid Hamdani, einer renommierten religiösen Persönlichkeit aus Kasur, geleitet.
Poesie:
Bulleh Shah lebte nach dem punjabischen Sufi-Dichter und Heiligen Fariduddin Ganjshakar (1179–1266) und war Zeitgenosse des ebenfalls aus dem Punjab stammenden Sufi-Dichters Sultan Bahu (1629–1691). Seine Lebenszeit überschneidet sich zudem mit der des punjabischen Dichters Waris Shah (1722–1799), der für "Heer Ranjha" (Liebestragödie) bekannt ist, des sindhi-sufistischen Dichters Sachal Sarmast (1739–1829) und des paschtunischen Dichters Khushal Khattak (1613–1689). Unter den Urdu-Dichtern lebte Bulleh Shah 400 Meilen entfernt von Mir Taqi Mir (1723–1810) aus Delhi.
Bulleh Shah praktizierte die Sufi-Tradition der punjabischen Poesie, die von Dichtern wie Shah Hussain (1538–1599), Sultan Bahu (1629–1691) und Shah Sharaf (1640–1724) etabliert wurde.
Die poetische Gestalt, die Bulleh Shah vor allem verwendete, ist der "Kafi", der in der Punjabi- und Sindhi-Poesie beliebt ist. Seine Poesie ist eine Mischung aus traditionellem mystischem Gedankengut und Intellektualismus.
Viele Menschen haben seine "Kafis" musikalisch umgesetzt, darunter einfache Straßenmusiker ebenso wie renommierte Sufi-Sänger wie Nusrat Fateh Ali Khan, Fareed Ayaz, Pathanay Khan, Abida Parveen, die Waddali Brothers, Iqbal Bahu und Sain Zahoor, sowie asiatische Künstler aus Großbritannien mit ihren Techno-Remixes von "Qawwali" und die pakistanische Rockband Junoon.
Übersetzt und zusammengefasst durch: Khawaja Tahir Mahmood
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Bulleh_Shah
Disclaimer: Es handelt sich hier um ein freies Werk. Der Inhalt der Übersetzung kann sich daher vom originalen Text variieren!
Änderungen vorbehalten!
*Kafi: Ein Sufi-Volkslied, ein mystisches Gedicht oder ein spiritueller Text
Asadullah Khan Ghalib
Mirza Asadullah Khan Ghalib, großer Urdu Poet aller Zeiten!
"Sie möchten wissen, wer Ghalib ist?
Das geben wir gerne an Sie zurück,
da wir selbst überfragt sind.“
Von: Mirza Asadullah Khan Ghalib, Poet, Schriftsteller
In der Bearbeitung
Ahmad Faraz
Wäre es einfach das Leben an den Trennungsschmerz zu verlieren,
Verging es aber ein Leben, das Leben zu verlieren!
Inspiriert von: Ahmad Faraz, ein Romantiker
In der Bearbeitung
Habib Jalib
Habib Jalib!
Ein revolutionärer und sozialengagierter Poet
Auszeichnungen:
Am 23. März 2009 verlieh der Präsident Pakistans dem legendären Dichter den Nishan-e-Imtiaz (Orden für herausragende Verdienste), der von seiner Tochter Tahira Habib Jalib entgegengenommen wurde.
Anfang März 1996 wurde ihm der Sitara-e-Imtiaz-Orden (Orden für herausragende Verdienste) verliehen, der von seiner Frau Mumtaz Begum (inzwischen verstorben) entgegengenommen wurde.
Im Jahr 2013 erhielt seine Tochter Tahira Habib Jalib die Auszeichnung Freunde des Befreiungskrieges (Bangladesch).
In der Bearbeitung
Disclaimer
In meinen Übersetzungen und eigenen Texten geht es nicht darum, moderne Denkweisen abzubilden. Vielmehr ist es mir ein großes Anliegen, das reiche Kulturerbe Indiens und Pakistans im Westen authentisch zu repräsentieren. Zu meinen Herzensthemen zählen die Gottesliebe, ein reines Herz, die Sehnsucht nach der Wahrheit, der Sufismus sowie die zwischenmenschliche Liebe, soziale Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit – auch wenn ich nicht erwarte, dass jeder diese Ansichten teilt.
Dieses Projekt verfolgt keinerlei kommerzielle Zwecke. Es geht vielmehr darum, den Werken großer Persönlichkeiten die gebührende Ehre zu erweisen. Dies ist nur dank fundierter und tiefgreifender kultureller sowie sprachlicher Kenntnisse in Urdu, Englisch, Deutsch, Punjabi und Hindi möglich.
Verfasst durch: Khawaja Tahir Mahmood