Poeten

Baba Bulleh Shah

Baba Bulleh Shah, ein Philosopher, Reformer, Sufi-Poet (1680 - 1757).
Sayed Abdullah Shah Qadri (1680–1757), volkstümlich bekannt als Baba Bulleh Shah, war ein Punjabi revolutionärer Philosoph, Reformer und Dichter, der als einer der größten Dichter der Punjabi Sprache gilt und als Vater der punjabischen Aufklärung verehrt wird. Sein literarisches Werk, bestehend aus etwa 150 "Kafis" und 94 weiteren poetischen Kompositionen, spiegelt Themen der Sufi- und humanistischen Philosophie wider – weshalb er unter den Punjabis als „Dichter des Volkes“ gilt.

Bulleh Shah wurde im Punjab geboren und stammte aus einer religiösen Gelehrtenfamilie. Er erhielt seine frühe Ausbildung von seinem Vater, während er im Dorf als Hirte arbeitete. Seine höhere religiöse Ausbildung absolvierte er in Kasur und studierte später in Lahore.

Bulleh Shahs Gedichte erreichten aufgrund der Verwendung von Umgangssprache ein breites Publikum. Er setzte Metaphern und bildliche Darstellungen ein, um komplexe spirituelle Ideen auch jenen zu vermitteln, die außerhalb der formellen religiösen Kreise standen. Er wurde für seine mystischen Gedichte bekannt, in denen er seine Philosophie der Göttlichen Einheit, der göttlichen Liebe und der sozialen Gleichheit miteinander verband und soziale Normen und Institutionen dafür kritisierte, die einfachen Menschen auszuwerten. Bulleh Shahs Werke prägten auch die Punjabi-Sprache und läuteten eine neue Ära der Punjabi-Literatur ein, die dazu beitrug, eine literarische Vielfalt des Punjabi zu etablieren, die auf der Umgangssprache basierte und Nuancen aus verschiedenen regionalen Formen der Sprache einbezog.
Er verbrachte den größten Teil seines Lebens in Kasur, wo er im Alter von 77 Jahren starb. Seine Gedichte haben sich tief in punjabischen Sprichwörtern, "Qisse" (Erzählungen) und Volkstraditionen verankert und wurden bei vielen kulturellen Veranstaltungen vorgetragen, insbesondere seine "Kafis", darunter auch bei einer von der UNESCO organisierten Veranstaltung. Die auf seinen Texten basierenden Lieder wurden bei wichtigen Anlässen gesungen, darunter auch im Weißen Haus. Sie haben zudem viele moderne Interpretationen hervorgebracht, insbesondere in Form von "Qawwali".
Bulleh Shahs Vater, Shah Muhammad Darwaish, war in Arabisch, Persisch und dem Koran bewandert.
Einer der ältesten Texte, in denen er erwähnt wird, ist der „Gazetteer of the Multan District“ (1901–02), der 1902 von Edward Douglas MacLagan verfasst und veröffentlicht wurde. In diesem Text wird Shah als der „bekannteste und, wie man sagt, erste Verfasser von "Kafis“ bezeichnet. Seine "Kafis" wurden jedoch erstmals 1889 unter dem Titel „Qanun-i-Ishq“ von Anwar Ali in Lahore veröffentlicht.

Verfolgung:
In der Stadt Daftuh befindet sich ein festungsartiger "Gurdwara" (Sikkh Tempel), der im 18. Jahrhundert von der Oberhaupt der Sikhs, Bibi Isher Kaur, erbaut wurde, die für den Bau 80 Quadratmeter Land stiftete. Bulleh Shah suchte in diesem "Gurdwara" Zuflucht, nachdem eine Gruppe islamischer Fundamentalisten ihm mit dem Tod gedroht hatte.

Sein Tod:
Er starb 1757 im Alter von 77 Jahren. Er wurde in Kasur beigesetzt, wo er den größten Teil seines Lebens verbracht hatte. Da er zum "Kafir" (Ungläubigen) erklärt wurde, behaupteten religiöse Fundamentalisten aus Kasur, es sei verboten, bei seiner Beerdigung das Gebet zu sprechen. Er wurde daraufhin am Rande von Kasur beigesetzt, und das Begräbnisgebet wurde von Syed Zahid Hamdani, einer renommierten religiösen Persönlichkeit aus Kasur, geleitet.

Poesie:
Bulleh Shah lebte nach dem punjabischen Sufi-Dichter und Heiligen Fariduddin Ganjshakar (1179–1266) und war Zeitgenosse des ebenfalls aus dem Punjab stammenden Sufi-Dichters Sultan Bahu (1629–1691). Seine Lebenszeit überschneidet sich zudem mit der des punjabischen Dichters Waris Shah (1722–1799), der für "Heer Ranjha" (Liebestragödie) bekannt ist, des sindhi-sufistischen Dichters Sachal Sarmast (1739–1829) und des paschtunischen Dichters Khushal Khattak (1613–1689). Unter den Urdu-Dichtern lebte Bulleh Shah 400 Meilen entfernt von Mir Taqi Mir (1723–1810) aus Delhi.

Bulleh Shah praktizierte die Sufi-Tradition der punjabischen Poesie, die von Dichtern wie Shah Hussain (1538–1599), Sultan Bahu (1629–1691) und Shah Sharaf (1640–1724) etabliert wurde.
Die poetische Gestalt, die Bulleh Shah vor allem verwendete, ist der "Kafi", der in der Punjabi- und Sindhi-Poesie beliebt ist. Seine Poesie ist eine Mischung aus traditionellem mystischem Gedankengut und Intellektualismus.

Viele Menschen haben seine "Kafis" musikalisch umgesetzt, darunter einfache Straßenmusiker ebenso wie renommierte Sufi-Sänger wie Nusrat Fateh Ali Khan, Fareed Ayaz, Pathanay Khan, Abida Parveen, die Waddali Brothers, Iqbal Bahu und Sain Zahoor, sowie asiatische Künstler aus Großbritannien mit ihren Techno-Remixes von "Qawwali" und die pakistanische Rockband Junoon.

Übersetzt und zusammengefasst durch: Khawaja Tahir Mahmood
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Bulleh_Shah
Disclaimer: Es handelt sich hier um ein freies Werk. Der Inhalt der Übersetzung kann sich daher vom originalen Text variieren!
Änderungen vorbehalten!

*Kafi: Ein Sufi-Volkslied, ein mystisches Gedicht oder ein spiritueller Text